Gays profitieren aktuell von den schwulen Entwicklungen auf dem Reisemarkt: endlich wurde der schwule Mann als Kunde der Touristikindustrie entdeckt und mit attraktiven Angeboten umworben. Dass schwule Männer andere Interessen für ihre Reisen haben, als etwa junge Familien, dürfte in diesem Zusammenhang nicht verwundern – sie suchen freundliche Umgebungen, Wellness und Nachtleben-Angebote, die speziell auf Gays zugeschnitten sind. Dass die Reisebranche Schwule neuerdings umwirbt, geschieht jedoch nicht aus selbstlosen Zwecken oder aus lauter Toleranz, die schwule Reisende bisher häufig noch vermissen durften. Man hat den Mann, der auf Männer steht, als zahlungskräftigen Kunden entdeckt, der gern auch mal ein paar Euros mehr ausgibt und will sich vollen Geldbörsen selbstverständlich nicht verschließen. Schwule Hotels sind somit nicht gerade die Billigsten und auch organisierte Gay-Reisen werden nicht zum Schnäppchenpreis angeboten. Gays reisen gern allein oder zu zweit und mögen besonders Großstädte mit zahlreichen Kulturangeboten und einschlägigen Clubs, wobei auch Wellnessangebote wie schwule Massagen verstärkt nachgefragt werden. Die schwule Szene ist locker und offen und nutzt besonders Städtetrips gern, um in neuer Umgebung schnell Kontakte zu knüpfen. In deutschen Großstädten wie Köln oder Berlin, als auch in den europäischen Metropolen, finden Gay-Reisende ein attraktives Angebot an Clubs und Bars, die sich auf schwule Besucher konzentrieren und hervorragende Kontaktmöglichkeiten bieten. Sexkontakte sind in der Szene gängig und ergeben sich oft spontan, wobei das Gummi jedoch als ungeschriebenes Gesetz immer übergezogen werden sollte. Ein Großteil der schwulen Reiseangebote ist so auch auf das unkomplizierte Gaydating ausgelegt, das in schwulen Hotels ebenso statt findet wie in schwul orientierten Urlaubslocationen.